Erschöpft, was nun?
Weniger Müssen, mehr Raum ... für Gelassenheit.
In unserer digitalen und schnelllebigen Zeit ist echte Erholung für viele Menschen in unserer Gesellschaft Mangelware. Tiefe Erholung ist die Voraussetzung für unser Wohlgefühl im und mit dem eigenen Leben. Lass uns einmal genauer hinschauen und verstehen, was der Erholung vielleicht im Wege steht.
Erholung beginnt damit, dass du Dir zuhörst.
"Meine Akkus sind leer. Seit Wochen habe ich das Gefühl, die Tage enden nicht. So viele Dinge zu erledigen, so viele Themen zu managen, jeder will etwas, 1000 Termine. Ich nehme mir vor etwas für mich und etwas für meine Gesundheit zu tun. Nächster Termin: Fitnessstudio. Pilates, Laufband und ein bißchen Kraft. „Fühlt sich nicht so gut an wie erhofft“, denke ich, mache aber weiter. Ich darf mich nicht so anstellen und komme wieder. Ein paar Wochen läuft das so. Ich komme nicht in Schwung, sondern verliere ihn.
Meine Erschöpfung bleibt, ich habe das Gefühl, sie wohnt jetzt permanent bei mir. Anfangs dachte ich, sie besucht mich mal eine oder zwei Wochen lang, als sie Wochen später immer noch in mir wohnte, wurde ich aufmerksam. Jetzt begann das volle Programm: Meditation, Spazieren gehen, Yoga, Wohlfühlbad, Grüne-Drinks. "Ich machte alles richtig", dachte ich. Erholt fühlte ich mich dennoch nicht."
Kennst du das, wenn Erholung nur ein weiteres To-Do auf deiner eh schon viel zu vollen Liste wird?
Wenn wir uns erschöpft fühlen und müde sind, dann haben wir vielleicht einfach zu viel auf dem Tablett. Und dann kann der erste Schritt nicht sein, noch etwas mehr vom Anderen vermeintlich Gutem draufzulegen, in der Hoffnung, dass sich das Tablett dann weniger schwer anfühlt. Natürlich können wir lernen, mit Stress umzugehen. Aber wer dauerhaft zu hoch belastet ist, der darf als erstes die Belastung reduzieren.
Energie in dir - deine Lebenskraft
Daneben hilft es enorm seinen eigenen Energiehaushalt kennenzulernen. Energie wird in unserem Körper freigesetzt. Sie ist in unserem Körper gespeichert und sie ist begrenzt, so wie der Kraftstoff in einem Autotank.
In dem Moment wo du aktiv etwas tun möchtest, aufstehen, nachdenken, arbeiten oder interagieren, wird Energie dafür in deinem Körper frei, zumindest sofern du noch Energie hast. Der Kraftstoff wird verbraucht. Der Tank leert sich.
Erholung ist ein natürliches Bedürfnis.
Fährst du danach an die Energietankstelle und erholst dich ausreichend, ist alles gut. Bleibt das regelmäßig aus. erschöpfst du. Erschöpfung ist ein gesellschaftlich relevantes Thema. Umfragen und die Krankenstatistik zeichnen ein eindeutiges Bild. Es scheint, als wüssten viele nicht mehr, wie sie sich erholen können, obwohl die Achtsamkeits- und Wohlfühlindustrie boomt. Wie kann das sein?
Wie und wobei erholst du dich am Besten? Was gibt dir gute Energie?
Was wir häufig beim Thema Entspannung und Erholung übersehen, ist das „Müssen“ hinter all dem „eigentlich“ Richtigen. Die kleine Anekdote am Anfang dieses Artikels erzählt davon.
Wenn die Perfektionistin oder der Kontrolletti in uns meditiert, "so wie es sich gehört, damit nun endlich mal die Entspannung oder die innere Ruhe eintritt", dann steckt dahinter die Haltung, dass ich mit der Meditation unbedingt etwas erreichen muss.
Das legitime Vorhaben, sich ein paar Minuten Zeit zu nehmen, die Augen zu schließen und absichtslos nichts zu tun, wird ausgeweitet in dem ich jetzt so meditieren muss,
- dass ich beispielsweise innerlich ruhig werde,
- keine oder gute Gedanken habe,
- meiner Atmung folge oder
- mich im Anschluss direkt besser fühle.
Gelingt das nicht, entsteht in dem Moment der nächste Stress in mir, weil ich mein Ziel vielleicht nicht (gleich) erreicht habe. Still und heimlich leert sich mein Energieakku in solchen Momenten weiter.
Wenn ich jede Woche meine halbe Stunde spazieren gehe, damit mein hoher Blutdruck sinkt, weil mein Arzt meinte, das solle ich jetzt mal häufiger einbauen, dann ist das solange eine gute Idee, bis sie zur weiteren Pflicht wird und damit zur Belastung.
So schlimm das für viele klingt, die in jeder Situation gern alles kontrollieren wollen oder bis in den letzten Winkel des eigenen Lebens Sicherheit bevorzugen, innere Ruhe und Entspannung lässt sich nicht erzwingen.
Dieser innere Druck, der entsteht wenn ich denke,
ich muss
das jetzt machen, damit ich:
- gesund werde,
- entspanne,
- zur Ruhe komme,
- weniger grübele,
- tiefer schlafe,
- mir weniger Sorgen mache,
- weniger Angst habe,
- mich bewegt habe,
- es mir gut geht,
führt dazu, dass unser Stresssystem aktiv bleibt. Die ersehnte Ruhe, die wohlverdiente Pause, die wirkliche Erholung bleibt aus, solange der innere Druck die Absicht bestimmt.
Wie tanke ich nun Energie auf?
Absichtslos. Du tust etwas und zwar einfach so. Ohne ein konkretes Ergebnis anzustreben. Das, was du für dich als Pause, Entspannung oder Erholung wählst, ist der Raum, den du zur Verfügung stellst. Und in diesem Raum kann dein Körper regulieren. Du tust etwas, um der Sache willen, nicht für das Ergebnis. Regeln, Ergebnisvorstellungen und Erwartungen sind in diesem Moment kontraproduktiv. Weil hier der Geist die Kontrolle behalten oder übernehmen möchte. Der Körper braucht diese Kontrolle aber nicht. Er weiß instinktiv, wie er entspannen kann. Er braucht nur die Freiheit es tun zu dürfen.
Es geht also - wie so oft im Leben - darum zu lernen, loszulassen. In diesem Fall damit die Anspannung gehen und die Erholung einsetzen kann.
Du möchtest lernen gut mit deiner Energie umzugehen?
Hinter jedem langfristigen „Gestresst-Sein“ verbirgt sich ein Müssen. Wenn du bereit bist, die Landkarte deiner Müssen- und Sollen-Muster zu erforschen und dich von eigenen und fremden Erwartungshaltungen zu lösen, begleite ich dich gerne dabei:
1:1 Coaching: Wir schauen uns ganz individuell an, wo du gerade feststeckst und wie du wieder in deine volle Klarheit und Selbstwirksamkeit kommst.
Mini-Kurse (On-Demand) : Lerne in deinem eigenen Tempo, wie du Grenzen setzt und alte Muster auflöst – mit meinen kompakten digitalen Inhalten.




